Strandbad Wannsee ist die größte „Badewanne“ Europas

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee“. Dieser Schlager wurde 1951 ein Hit, als Conny Froboess die Berliner aufforderte, raus in die Natur zu fahren und im flachen Wasser des Wannsees zu planschen. Nach dem Krieg war für die West-Berliner das Strandbad Wannsee der Ersatz für die Fahrt ans Meer, die sich nur die wenigsten leisten konnten.

Noch heute wird der See im gleichnamigen Ortsteil Wannsee im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Sommer von immerhin bis zu 20.000 Sonnenanbetern „überflutet“, die sich im Strandbad in die größte „Badewanne“ Europas setzen. Denn das war nicht immer so. Nach der Eröffnung 1907 steigerten sich jährlich die Besucherzahlen. Waren es 1912 über 500.000 Badegäste, so zählte man 1927 (nach der Vergrößerung und Modernisierung) schon 900.000 Besucher.

Der heutige denkmalgeschützte Gebäudekomplex mit einer Länge von 540 Metern wurde 1930 errichtet und verfügt über mehr als 1000 Meter Sandstrand, der einst von der Ostsee aus Timmendorfer Strand nach Berlin transportiert wurde und mit den entsprechenden Strandkörben für ein „Ostseefeeling“ sorgt. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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