Nach Umbau kehrt die „Komödie“ an den Kudamm zurück

So wie „Pinselheinrich“ Heinrich Zille zu Berlin gehört, so gehören auch die Boulevardtheater zu Berlin.

Theaterdirektor Max Reinhardt ist es zu verdanken, dass in den 20er Jahren am Kurfürstendamm mit der Komödie ein kleines elegantes Theater für 500 Besucher eröffnet werden konnte. Architekt Oskar Kaufmann baute ein Saaltheater mit einem zweigeschossigen Logenkranz. Die festliche Eröffnung im November 1924 mit Goldonis "Diener zweier Herren" war nicht nur ein großer künstlerischer Erfolg, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Reinhardt ließ den Theateraufführungen in den Nachtstunden zwischen elf und zwei Uhr noch Revuen folgen, die dem Haus ein großes Publikum brachten.

Seit 1934 leitete Hans Wölffer die Bühne, bis das Gebäude bei Luftangriffen 1943 beschädigt wurde. Bereits im März 1946 eröffnete Achim von Biel die Bühne mit Schillers "Kabale und Liebe“, bevor Hans Wölffer, später Jürgen, Christian und Martin Wölffer, die Komödie erneut übernahm. Mit der zweiten Bühne „Theater am Kurfürstendamm“ entstanden Unterhaltungstheater mit literarischem Anspruch.

Seit 1963 zählen die Spielorte zu den bekanntesten Boulevardbühnen Berlins, die weit über die Stadt hinausstrahlen. Die erfolgreiche Theater-Geschichte soll zwar weiter geschrieben werden, doch wird es in Zukunft nicht mehr so sein, wie es war. Für eine Übergangszeit ziehen die Bühnen ab September 2018 in das traditionsreiche Schillertheater in der Bismarckstraße um. Am Kurfürstendamm wird es später dann nur noch ein Theater geben, das sich nach Ansicht der Architekten stilvoll in ein neues Gebäudeensemble einfügen soll und Garant ist, für großstädtisches Unterhaltungstheater am schönsten Boulevard Berlins. Text und Foto: Klaus Tolkmitt

 

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