Die Goltzstraße in Schöneberg

Zu den Top 10 der Berliner Wochenmärkte zählt zweifelslos der Winterfeldplatz in Schöneberg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Hier beginnt auch die Goltzstraße, die sich auf über 600 Meter durch den Bezirk bis zur Grunewaldstraße erstreckt.

Das bunte Treiben in dieser Straße hatte zu Zeiten der Berliner Mauer seinen Höhepunkt. Doch auch noch heute reihen sich neben zahlreichen Cafés, Bistros und Kneipen, kleine Läden mit interessanten Warenangeboten ein. Markantestes Bauwerk in der Goltzstraße ist die St. Matthias Kirche, direkt am Winterfeldplatz. Die katholische Kirche gehört zu einer der ältesten und größten Pfarreien der Hauptstadt. Die im Stil der Neugotik erbaute Hallenkirche steht unter Denkmalschutz, wie auch die Häuser Nummer 24 und 32.

Ein paar Schritte weiter liegt das Café M. Es ist Szenetreff und Wohnzimmer zugleich. Morgens kann man es sich mit einer Zeitung und einem Kaffee gemütlich machen und abends bei Kerzenlicht und dem berühmten roten Neonlicht kommt Bar-Atmosphäre auf. 1979, noch unter dem Namen „Mitropa“ eröffnet, ist das Café M heute eine kleine Legende. Die Historie des Cafés ist gespickt mit großen Namen der Musik- und Kulturszene Berlins. Viele, die hier ein- und ausgingen, waren Hausbesetzer und Künstler wie Nick Cave, Blixa Bargeld, Harry Hass. Aber auch Jim Avignon oder Nina Hagen tranken hier ihren Kaffee.

Traditionell geht es auch im Bastelladen Rüther zu, eine weitere Institution in der Goltzstraße/Ecke Frankenstraße, deren Geschichte in der Kreativbranche bis ins Jahr 1969 zurückgeht. Hier finden Künstler und Bastler alle Materialien, die sie für ihre Hobby- oder Schaffensphase benötigen. Im weiteren Verlauf der Goltzstraße wird es etwas ruhiger. Das war nicht immer so, bis 1963 führte eine Linie der Berliner Straßenbahn durch die dichte Bebauung mit Miets- und Geschäftshäusern. An der Grunewaldstraße mit der U-Bahnstation Eisenacher Straße der Linie 7 endet die Goltzstraße. In ihrer Verlängerung beginnt die Akazienstraße, die ebenso attraktiv wie interessant ist und zu einem Bummel einlädt. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt Foto von oben nach unten: 01/02 Das Haus Goltzstraße 32 steht unter Denkmalschutz. 03 Das Szene-Café M. 04 Hobby-Shop Rüther.

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