Erlebnisrundfahrt um den Schwielowsee

Die Tour um den Templiner- und Schwielowsee gehört mit zu den schönsten Radwegen in Brandenburg. Der besondere Reiz der Route liegt in dem beeindruckenden Wechselspiel von Natur und Kultur. Die urwüchsige Wald- und Seenlandschaft, aber auch die vielen Sehenswürdigkeiten machen die Radtour in dieser Region zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Allein große Teile von Potsdam gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. In Caputh kann man das Barockschloss und das Einstein-Haus besichtigen. Albert Einstein wohnte hier in den Sommermonaten 1928 – 1932. In Ferch empfiehlt sich ein Besuch im Museum der Havelländischen Malerkolonie. Ein Kleinod besonderer Art ist der Japanische Bonsaigarten und auch die Fercher Obstkistenbühne ist hier zu Hause. In Petzow laden der Schlosspark mit dem alten Waschhaus zum Verweilen ein.

Der Startpunkt der Rundtour ist am Hauptbahnhof Potsdam. Wir orientieren uns am Havelufer der Beschilderung Richtung Caputh und dem Fernradweg F1. Wir biegen rechts in die Templiner Straße ein und sind wenige Kilometer weiter am Strandbad Templin. An der Ortseinfahrt von Caputh halten wir uns am Parkplatz links und erklimmen die Waldstraße. Oben, am Waldesrand befindet sich das Sommerhaus von Albert Einstein, das besichtigt werden kann. In Ortsmitte, mit Blick auf den See steht Schloss Caputh, der wunderbar restaurierte Landsitz der Kurfürstin Dorothea, der Gemahlin König Friedrich Wilhelms I. In einer geführten Besichtigung lassen sich zahlreiche Gemälde, Möbel und Porzellane aus dem 17. und 18 Jahrhundert bewundern.

Wir folgen nun der Beschilderung „Uferpromenade“ und kommen an das „Caputher Gemünde“, malerisch an Schwielowsee und Templiner See gelegen. Es verbindet diese beiden Seen, die von der Havel durchflossen werden. An der Engstelle verkehrt seit über 150 Jahren eine Fähre. Auch in Ferch lädt ein Strandbad im Sommer zum Baden im flachen Wasser ein. Am kleinen Strandcafé lässt sich die Aussicht über den langgestreckten See wunderbar genießen.

Die Hälfte des Rundkurses ist nun erreicht und über gut ausgebaute Radwege und Stege geht es weiter nach Petzow. Hier laden der Schlosspark, die Schinkel-Kirche und das kleine Museum im Waschhaus zu einem Besuch ein. Vorbei am Resort „Schwielowsee“, (Unbefugte werden durch einen Zaun abgehalten, die Anlage zu besuchen) kommen wir zur Baumgartenbrücke, die die Havel überspannt. Unterhalb der Brücke, am weiteren Verlauf des Radweges, erzählen zwei Fischotter-Skulpturen die wechselhafte Geschichte der Brücke.

Vorbei am kleinen Petzinsee, der mit dem Templiner See verbunden ist, liegt Potsdam nicht mehr weit. Schiffsanlegestellen und Wassersportvereine wechseln sich ab mit dem Kongresshotel, kleinen Terrassen-Cafés und Restaurants, bis hin zu Park- und gehobenen Wohnanlagen. An der Neustädter Havelbucht stoßen wir auf die Bundestraßen 1 und 2, die uns auf einem Radweg wieder zum Hauptbahnhof bringen.

Der gesamt Routenverlauf ist, je nach kleinen Abzweigungen, zirka 40 Kilometer lang. Der Weg ist relativ ausreichend ausgeschildert (F1) und durchgängig gut befahrbar, man sollte jedoch ein Navi oder eine Karte der Region dabeihaben. Für die reine Fahrzeit mit Pausen sollte man vier bis fünf Stunden einplanen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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