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West-Berlin brauchte nach dem Mauerbau ein kulturelles Zentrum

Unmittelbar am Potsdamer Platz, im Berliner Ortsteil Tiergarten im Bezirk Mitte, ist über die Jahrzehnte ein Kulturforum entstanden, das Museen, Bibliotheken und Musiksäle umfasst.

Die Bebauung des ehemaligen gründerzeitlichen Villenviertels war bereits unter den Nationalsozialisten im Rahmen der geplanten Umgestaltung Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ großflächig abgerissen worden. Weitere Zerstörungen brachte der Zweite Weltkrieg. Lediglich die St.-Matthäus-Kirche am Matthäikirchplatz, 1844 bis 1846 als dreischiffiger Ziegelbau durch Friedrich August Stüler errichtet, konnte 1960 nach schweren Kriegsschäden im Außenbau wiederhergestellt und innen modern ausgebaut werden.

1958 wurde ein Wettbewerb: „Hauptstadt Berlin“ durchgeführt, der dazu führte, am Rand des Tiergartens ein neues kulturelles Zentrum zu errichten. Es sollte zusammen mit dem historischen Zentrum im Ostteil der Stadt die Mitte eines künftigen Gesamt-Berlin bilden und Teil eines in Ost-West-Richtung verlaufenden „Kulturbandes“ sein.

So entstanden nach und nach die Philharmonie (1963), der Kammermusiksaal der Philharmonie (1987), das Musikinstrumenten-Museum (1984), die Staatsbibliothek (1977), die Nationalgalerie und das Kunstgewerbemuseum (1985), das Kupferstichkabinett (1992), die Kunstbibliothek (1992), das Wissenschaftszentrum (1988) sowie die Gemäldegalerie (1998). 2026 soll das Museum der Moderne eröffnet werden.

Die Ausstellungen und Konzerte und nicht zuletzt die hier anzutreffenden bedeutenden Architekturen von Mies van der Rohe, Hans Scharoun, Hilmer und Sattler machen das Forum zu einer wichtigen Sehenswürdigkeit in Berlin. Das Kulturforum wurde einst als kommerzielles Schaufenster des ehemaligen West-Berlins als kulturelles Zentrum entwickelt: Direkt an der Berliner Mauer und eher in Randlage zur West-Berliner City gelegen sollte mit dem Kulturforum als Pendant zur Museumsinsel ein deutliches Zeichen für ein auch kulturell lebendiges West-Berlin gesetzt werden. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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