Vom Rathaus Storkow zur Burg und Binnendüne

Auf den zahlreichen Wanderwegen durch die Mark Brandenburg machen wir diesmal Halt in der Kleinstadt Storkow, zirka 50 Kilometer südöstlich von Berlin. Hier steht nicht nur eine der ältesten Burgen Brandenburgs, hier kann man auch eine der schönsten Binnendünen Deutschlands erklimmen.

Wir beginnen unsere Wanderung am Rathaus in Storkow und folgen der Rudolf-Breitscheid-Straße bis zum Marktplatz. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Städten in Brandenburg, ist in Storkow Anfang 2019 die Sanierung baufälliger Häuser noch nicht gänzlich abgeschlossen. Die Altstadt am Markt ist dagegen schon wieder hübsch hergerichtet. Mitten auf dem weitläufigen Platz steht die Friedenseiche, zur Erinnerung an das Ende der napoleonischen Kriege 1814.

Vorbei an der im romanischen Stil errichteten evangelischen Backsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert erreichen wir den Storkower Kanal mit der nach holländischem Vorbild erbauten Zugbrücke. Auf der Heinrich-Heine-Straße geht es dann weiter bis zur Ecke Reichenwalder Straße/Burgstraße. Wir biegen in die Reichenwalder Straße ein und stehen nach wenigen Metern am Strandbad Storkow mit Blick über den gleichnamigen See. Folgen wir der Reichenwalder Straße weiter, kommt links ein kleines Hinweisschild zur Binnendüne.

 

Durch duftenden Kiefernwald geht es ein Stück bergan und bergab bis zum Eingang der Düne, die ihren Ursprung aus der Eiszeit hat und heute zum Naturpark Dahme-Heideseen gehört.

Der Kern der Dünen ist mit seinen rund 14 Hektar als Naturschutzgebiet Binnendüne Waltersberge ausgewiesen und bietet auf seiner höchsten Stelle einen Blick über den Storkower See. Hinweistafeln erklären anschaulich die Bedeutung der Düne und die Maßnahmen, die dazu dienen, dem Naturschutz Rechnung zu tragen. Beeindruckt von dem Naturphänomen machen wir uns auf den Rückweg durch den Wald, am jüdischen Friedhof vorbei, zur Reichenwalder Straße. An der Ecke Heinrich-Heine-Straße/Burgstraße schwenken wir in die Burgstraße ein, um der Burg Storkow einen Besuch abzustatten.

Rittersleute mit Schwert und Schild erwarten uns am Toreingang, der zur Burg-Anlage führt. Liebevoll restauriert hinterlässt die Burg mit ihrer wechselvollen Geschichte einen bleibenden Eindruck. Bei der Restaurierung und der Freilegung des mittelalterlichen Mauerwerks wurden erstaunliche Funde gemacht über die Bautätigkeit der verschiedenen Besitzer in der über 800-jährigen Geschichte der Anlage. Die Herren von Strele waren die Erbauer der ersten steinernen Burg, die vorher nur eine hölzerne Befestigung war. Unverputzte Wandflächen lassen erkennen, was frühere Besitzer umgebaut, angebaut, oder ausgebessert haben.

Nach einem Brand 1978 betreibt die Stadt seit 1998 erfolgreich den Wiederaufbau und die Restaurierung der Burganlage. Mit großer Unterstützung der Landesregierung und der Bürger wurde die Sanierung vorangetrieben. 2001

konnte die Stadtbibliothek und die Touristinformation im sanierten Fachwerkhaus der Burg einziehen, seit 2005 finden auf dem Burghof mit der modernen Freilichtbühne regelmäßig Veranstaltungen statt. Im Februar 2009 wurde schließlich die Fertigstellung des sog. Brauhauses und des Palais gefeiert. Seit dem stehen nun auch die historisch und architektonisch interessanten Hauptgebäude der Burg für Besucher offen. Nach einer Stärkung im Burgcafé folgen wir der Burgstraße weiter bis zur Rudolf-Breitscheid-Straße, in die wir rechts einbiegen und nach zirka 7 Kilometern die Wanderung am Rathaus wieder beenden. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Fotos von oben nach unten: Die Friedenseiche auf dem Marktplatz, saniertes Bürgerhaus, Zugbrücke über den Kanal,

Storkower See, Binnendüne

 

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