Kostenlose Konzerte und Führungen am Carillonturm

Der schlichte, imposante, 42 Meter hohe Turm, überragt nicht nur die Bäume, er übertönt zwei Mal am Tag mit seinen klangvollen Glocken die Stille des Tiergartens. Das Carillon, in unmittelbarer Nähe des Hauses der Kulturen der Welt (der ehemaligen Berliner Kongresshalle im Großen Tiergarten) ist ein von Hand spielbares Glockenspiel.

Das Instrument wurde nach Entwürfen des amerikanischen Musikwissenschaftlers Jeffery A. Bossin geschaffen und enthält 68 Glocken in einem Tonumfang von fünfeinhalb Oktaven, die täglich um 12 und um 18 Uhr für jeweils fünf Minuten in Betrieb gesetzt werden. Zur 750-Jahr-Feier von Berlin stiftete die Daimler-Benz-AG 1987 rund die Hälfte der 5 Millionen, die der vierteilige, mit schwarzem Granit verkleidete Turm gekostet hatte. Mit dem Glockenspiel sollte der historischen Carillons in der Parochialkirche und der Potsdamer Garnisonkirche gedacht werden, die beide im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind.

Carillon ist die französische Bezeichnung für ein „Turmglockenspiel“. Der Name ist von „quatrillionem“ abgeleitet, dem rhythmischen Anschlag von vier Glocken, wie er bereits im 14. Jahrhundert vom Turmwächter angewandt wurde. Seinen Ursprung hat das Carillon in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich. Das erste gestimmte Carillon wurde 1652 von Pieter und Francois Hemony gegossen und in Zutphen aufgebaut. Von Mai bis Ende Juli finden sonntags um 15 Uhr regelmäßig kostenlose Konzerte mit dem Carilloneur Jeffrey Bossin statt. An die Konzerte schließen sich Führungen durch den Carillonturm an. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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