Einen guten geschichtlichen Überblick über die Methoden der ehemaligen Stasi in der DDR, erhält man  in einer Ausstellung, die im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR (kurz MfS) zu sehen ist.

Das MfS war innenpolitisch vor allem ein Unterdrückungs- und Überwachungsinstrument der SED gegenüber der DDR-Bevölkerung, das dem Machterhalt diente. Dabei setzte es als Mittel Überwachung, Einschüchterung, Terror und die so genannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker ein.

Das MfS wurde im Februar 1950 gegründet. Patenorganisation war unter anderem das KGB der Sowetunion (Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR). Der Sprachgebrauch der SED, der das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnete, beschreibt die ihm zugedachte Funktion im politisch-ideologischen System der DDR. Die hauptamtlichen Mitarbeiter sahen sich selbst als Elite, die in der Tradition der sowjetrussischen Geheimpolizei Tscheka die DDR „unerbittlich“ und mit „Hass“ gegen deren „Feinde“ verteidigten.

Das Ministerium für Staatssicherheit erstreckte sich auf einem etwa 20 Hektar großen Areal in Berlin-Lichtenberg nördlich der Frankfurter Allee und war am Ende der DDR 1989 Arbeitsplatz von etwa 8.000 Mitarbeitern. Es war hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt und wurde permanent von bewaffneten Kräften abgesichert. Kernstück des Geländes war das 1960 erbaute Haus 1 (dem heutigen Museum), in dem der Minister für Staatssicherheit Erich Mielke von 1957 bis 1989 seinen Dienstsitz hatte.

Besucher können sich in dem Ausstellungsteil über den historischen Geländekomplex des Ministeriums in seinen gesamten Ausmaßen, den strukturellen Aufbau des MfS sowie dessen Untergang durch die Erstürmung am 15. Januar 1990 und die daran anschließende Besetzung durch die Bürgerbewegung informieren.

Die Diktatur der SED durchdrang alle Lebensbereiche in der DDR, was erlaubt oder verboten war, bestimmten die führenden Funktionäre. Die Durchsetzung ihres Willens erfolgte über den Parteiapparat, die Gewerkschaften, den Staatsapparat (einschließlich MfS und Polizei), die Justiz und das Bildungswesen. Schon auf kleinste Abweichungen konnte mit großer Härte reagiert werden. Gemäß der Orientierung Erich Mielkes, daß man zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit „alles wissen“ müsse, bediente sich das MfS nicht nur der Auswertung offener Quellen und der Arbeit mit menschlichen Quellen, sondern auch technischer Mittel der Informationsbeschaffung und Dokumentation.

Die Verfolgung durch und der Widerstand gegen die Staatsorgane in der DDR von 1945 bis 1989 wird anhand ausgewählter Beispiele dokumentiert. Neben den Auswirkungen der Arbeit der Stasi auf die Bevölkerung wird mittels ausgestellter originaler Operativtechnik des MfS auch die Arbeitsweise und Methode illustriert. Quelle: Wikipedia Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Fotos von oben nach unten: Museum, Mielkes Schreibtisch, Abhörmethoden.

 

 

 

Kontakt:

Stasi-Museum Berlin Ruschestraße 103, Haus 1, 10365 Berlin

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr, Sa, So: 12.00 - 18.00 Uhr, Feiertage: 12.00 - 18.00 Uhr

Eintrittspreise: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, Schüler 3 Euro. Gruppenermäßigung ab 10 Personen. (Führungen bitte vorher anmelden)

Das Museum ist am besten zu erreichen mit der U-Bahnlinie 5, Station: Magdalenenstraße (Ausgang Ruschestraße).

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