Sinkende Mauer erinnert an die Teilung Berlins

Die Parkanlage an der Invalidenstraße, zwischen dem Ministerium für Wirtschaft und Energie und dem Verkehrsministerium, erinnert mehr an einen Platz als an einen Park. Im Winter wirkt die Anlage recht trostlos, im Sommer wenn die große Brunnenanlage mit der „sinkenden Mauer“ mit Wasser gefüllt ist, dann nutzen viele Besucher den Invalidenpark als willkommene Rückzugszone.

Im 18. Jahrhundert diente die Fläche den Insassen des Invalidenhauses als Nutzgarten für die Eigenversorgung. Sie wurde 1843 zum Park umgewidmet und vermutlich von Peter Joseph Lenné gestaltet. Seit 1854 stand dort die Invalidensäule mit preußischem Adler zum Gedenken an die Gefallenen der Revolution von 1848/1849 und des Deutsch-Dänischen Kriegs von 1848 bis 1851. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Platz zerstört und verwahrloste zunehmend.

Wo heute die markante Wasseranlage von Girot steht, wie der 1997 eingeweihte Riesenbrunnen im neugestalteten Invalidenpark offiziell heißt, standen zu Mauerzeiten Baracken der Grenzkommandos. Der Mauerbrunnen, wie die Skulptur von Christoph Girot auch genannt wird, erinnert daran, dass dort die Grenze verlief. Eine nach Norden ausgerichtete Mauer ragt wie eine Wand schräg aus dem 62 mal 50 Meter breiten Wasserbecken. Die begehbare Granitwand symbolisiert die Mauer, die dort versinkt. Auf dem höchsten Punkt in sieben Meter Höhe haben die Besucher einen schönen Ausblick. Im unteren Bereich wurden einige Fundamente der einstigen Gnadenkirche freigelegt. Sie wurde zu DDR-Zeiten 1967 gesprengt, um Platz für die Grenzanlagen zu schaffen, denn in der Invalidenstraße zwischen Scharnhorststraße und Schwarzer Weg befand sich einer der großen Grenzübergänge. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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