Die Zille-Skulptur im Nikolaiviertel

Wer sich ein Selbstporträt vom Berliner Original Heinrich Zille von 1922 anschaut, wird feststellen, das „Pinselheinrich“, wie ihn die Berliner liebevoll nannten, eigentlich eine recht füllige und stattliche Figur hatte. Das ganze Gegenteil davon stellt die Skulptur von Thorsten Stegmann da, der Zille ausgemergelt in Kalkstein gehauen hat, um die damalige Zeit mit Not und Elend darzustellen.

Das stattliche Zille-Denkmal steht in der Poststraße/Ecke Probststraße im Nikolaiviertel, gegenüber der Nikolaikirche, der ältesten Kirche Berlins und wurde 2008 im Beisein von tausenden Berlinern feierlich enthüllt. Bildhauer Thorsten Stegmann (1969 in Essen geboren und als Spross einer Steinbildhauerfamilie im Ruhrgebiet aufgewachsen), lernte das geteilte Berlin bei seiner Urgroßmutter in Köpenick kennen und will mit seiner über zwei Meter hohen Skulptur das Geschichtsbewusstsein wach halten und Zille in der Verkörperung des Ur-Berliners mit gespannter Körperhaltung, schrulligem Aussehen und markantem Gesicht zeigen. Text und Foto: Klaus Tolkmitt

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