Auf dem Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof steht eine beeindruckende knapp 10 Meter hohe Skulptur, die allerdings gleich nach der Aufstellung für Kritik sorgte. Das „Rolling Horse“ ist ein von Jürgen Goertz entworfenes Kunstwerk, das ein Pferd darstellt, das sich kreisförmig krümmend mit einem Eisenbahnrad verbindet. Die 35 Tonnen schwere Skulptur besteht aus Edelstahl, Aluminium, Kunststoff, Glas und Stein. Im Sockel sind architektonische Versatzstücke des alten Lehrter Bahnhofs integriert, die durch vier Bullaugen betrachtet werden können. Der Berufsverband Bildender Künstler hat das Kunstwerk öffentlich kritisiert, weil es zu provinziell sei und eine "Misshandlung des öffentlichen Raumes" darstellt. Außerdem sei die Skulptur ein Replik einer bereits bestehenden Plastik in Heidelberg. Jürgen Goertz ist ein deutscher Bildhauer, der im Wendland aufwuchs und 1963 bis 1965 an der Kunstakademie Karlsruhe Bildhauerei studierte. In den Jahren 1971 und 1972 erhielt er einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 2004 wurde er mit dem Ehrentitel „Prof. h.c.“ als bedeutender Bildhauer ausgezeichnet. Jürgen Goertz lebt und arbeitet in Eichtersheim südlich von Heidelberg. Text und Foto: Klaus Tolkmitt

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