Internationale Garten- und Landschaftskunst

Wer mit der Seilbahn über das Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin-Marzahn einschwebt, bekommt schon mal einen kleinen Einblick über die zahlreichen Themengärten, die sich am Fuße des Kienbergs in dem Parkgelände „Gärten der Welt“ ausbreiten. Die Parkanlage wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins als Geschenk der Gärtner an die Hauptstadt der DDR 1987 eröffnet und nach der Wiedervereinigung ständig erweitert.

Die jüngste Aufwertung erhielt der Erholungspark Marzahn durch die Internationale Gartenschau, die 2017 ihre Tore öffnete. Der etwas über 100 Meter hohe Kienberg wurde in das Projekt mit einbezogen und durch eine Seilbahn erschlossen. Der „Wolkenhain“ auf dem Berg gibt den Blick frei über das Parkgelände und den Bezirk Marzahn-Hellersdorf, bis hin in die Mitte Berlins. Auf dem weitläufigen über 40 Hektar großen Areal wurden Themengärten und Gartenkabinette angelegt, die zu einer floralen Weltreise einladen. Als Berlin und Peking 1994 den Vertrag einer Städtepartnerschaft unterzeichneten, war dies die Geburtsstunde des Chinesischen Gartens "Garten des wiedergewonnenen Mondes". Der Japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ ist ebenfalls ein Ergebnis aus der Patenschaft mit Tokio. Shunmyo Masuno, Gartendesigner und Zen-Priester legte den japanischen Garten mit traditionellen Stilelementen an. Seine Gartenwelt mit Pavillon und Wasserläufen lässt seit Mai 2003 die Besucher in eine bis dahin unbekannte Welt eintauchen. Der Garten ist eine Stätte der Ruhe und Besinnlichkeit inmitten typischer japanischer Pflanzen, wie Fächerahorn und Zierkirschen. Auch der Orientalische Garten, der Koreanische und der Christliche Garten verbriten Ruhe und Beschaulichkeit in einem Meer von prachtvollen Blüten- und Stauden. 2008 wurde der Italienische Renaissancegarten mit wunderschönem Skulpturenschmuck feierlich eröffnet. Der Garten gibt einen Einblick in die frühe europäische Gartenkunst mit den Villengärten der Toskana. Ein typisch englisches Landhaus, mit Rosen und Staudenbeeten umgeben, mit einem Gemüsegarten und einem Obstbaumhain lädt ein zu einem Spaziergang durch den Englischen Garten, der seit 2012 die Besucher erfreut.

Die Parkanlage ist so konzipiert, dass vom Frühjahr bis in den Herbst hinein sich für das Auge und die Seele eine ständig wechselnde Blütenpracht entwickelt. Und wem das noch nicht reicht, der kann im Balinesischen Garten der Tropenhalle blühende Orchideen und Bananenstauden bewundern, oder im Irrgarten den Rest des Tages „verbringen“. Dazu kommen im Laufe des Jahres landestypische Veranstaltungen der Partnerländer, wie das japanische Kirschblütenfest oder die koreanische Teezeremonie. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Die „Gärten der Welt“ sind am Besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie der U-Bahn U5 Richtung Hönow bis Station Kienberg, der S7 bis Mehrower Alle und weiter mit Bus X69 Richtung Köpenick bis Haltestelle Blumenberger Damm/Gärten der Welt zu erreichen. Die S7 hält auch am Bahnhof Marzahn. Von dort mit dem Bus 195 Richtung Mahlsdorf bis zur Haltestelle Eisenacher Straße/Gärten der Welt. Der Haupteingang ist am Blumenberger Damm 44. Die Öffnungszeiten der Gärten der Welt sind täglich ab 9:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit Weitere Informationen hier: https://gruen-berlin.de/garten-der-welt

 

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