Willkommen im 19. Jahrhundert

Spreewaldweihnacht in Lübbenau und Lehde

Wo kann man schon mit einem Kahn zu einem Weihnachtsmarkt fahren ? In Lübbenau im Spreewald warten am 1. und 2. Adventwochenende die Fährmänner-und -frauen mit ihren Stocherstangen, um die Gäste zur Spreeweihnacht in das Freilandmuseum nach Lehde zu staken.

Die langen Stangen, mit denen die Fährleute das Boot bewegen und lenken heißen Rudel und sind in der Regel bis zu vier Meter lang. Der Spreewaldkahn selbst ist ein flachgehendes Boot, das in den Fließen und Kanälen des Spreewalds als hauptsächliches Verkehrsmittel dient.

Einmalig ist es in Deutschland mit so einem Spreewaldkahn zu einem Weihnachtsmarkt zu gelangen. Eingemummelt in warme Decken und mit Glühwein oder Tee in Thermoskannen hat diese winterliche Kahnfahrt ihren ganz besonderen Reiz. Los geht es im großen Spreewaldhafen in Lübbenau mit fröhlichen Wichteln (Lutken) an Bord, die Geschichten aus der Spreewälder Sagenwelt erzählen.

Nach einer halbstündigen Kahnfahrt ist das älteste Freilandmuseum Brandenburgs erreicht und man erhält einen lebhaften Einblick in das Leben der sorbischen und deutschen Spreewaldbewohner. Begrüßt werden die Besucher vom Spreewälder Weihnachtsmann Rumpodich und dem Bescherkind, das bei Berührung Glück für ein ganzes Jahr verspricht. Bei einem Spaziergang durch das winter-weihnachtliche Dorf lässt es sich erahnen, wie Weihnachten früher war, vor über 150 Jahren. In den historischen Bauernhöfen und den erleuchteten Stuben sind die Weihnachtsvorbereitungen schon weit fortgeschritten. Die Leckereien sind gebacken, der „Drehbaum“ ist geschmückt und an den Spinnrädern werden die letzten Wollfäden gesponnen.

Beim Bummel durch das Freilandmuseum ist alles zu finden, was den Spreewald berühmt gemacht hat: reetgedeckte Holzhäuser, sorbische Trachten und natürlich typische Köstlichkeiten, wie der scharfe Meerrettich und die Spreewaldgurke. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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