Hans Günter Rosenthal war Entertainer, Moderator, Regisseur, Abteilungsleiter für Unterhaltung im RIAS Berlin und Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden. Am 2. April 1925 in Berlin geboren, starb der beliebte Fernsehmann 1987. Auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße wurde er in einem Ehrengrab des Landes Berlin beigesetzt.

Hans Rosenthal wuchs in einer jüdischen Familie in der Winsstraße 63 in Berlin-Prenzlauer Berg auf und erlebte als Kind die wachsende antisemitische Verfolgung durch den Nationalsozialismus. Sein Vater Kurt Rosenthal starb 1937 an Nierenversagen, nachdem er kurz zuvor als „Nichtarier“ von der Deutschen Bank entlassen worden war. Seine Mutter Else Rosenthal geb. Isaac erlag 1941 einem Krebsleiden.

Nach dem Tod der Mutter kam er mit seinem Bruder Gert 1942 in ein Waisenhaus und bekam den Zwangsnamen Hans Israel Rosenthal. Sein Bruder wurde am 19. Oktober 1942 mit einem Osttransport nach Riga deportiert und wenige Tage später im KZ Majdanek ermordet. Hans Rosenthal wurde ab 1940 von den Nationalsozialisten zu Zwangsarbeit herangezogen, er arbeitete unter anderem als Totengräber bei Fürstenwalde und als Akkordarbeiter in einer Fabrik in Berlin-Weißensee und Torgelow. 1943 tauchte er in der Berliner Kleingartenanlage „Dreieinigkeit“ in Berlin-Lichtenberg unter.

1945 machte er eine Ausbildung beim Berliner Rundfunk, wo er danach als Regieassistent arbeitete und das erste Hörspiel Nathan der Weise betreute. 1948 ging Rosenthal in die Westsektoren und wechselte zum RIAS, wo er zunächst als Aufnahmeleiter und Unterhaltungsredakteur seine Rundfunkkarriere startete. Er wurde schließlich einer der beliebtesten deutschen Quizmaster von Unterhaltungssendungen im Hörfunk.

Beim RIAS Berlin gestaltete er in den 1950er bis 1980er Jahren Rate- und Unterhaltungssendungen, die er auch meistens selbst entwarf. Dazu gehöhrten u.a. Allein gegen alle, Wer fragt, gewinnt, oder Kleine Leute – große Klasse. 1960 war er für ein Jahr Unterhaltungschef bei Bavaria Film. 1962 wurde er Abteilungsleiter Unterhaltung beim RIAS.

Im Jahr 1983 versuchte Rosenthal in der ARD-Show Das gibt’s nur einmal – Noten, die verboten wurden, die Zeit des Nationalsozialismus in einer Unterhaltungssendung zu verarbeiten. Hier zeigte er in einer pointiert gesetzten Conference, dass er neben seiner vielseitigen Arbeit als Quiz- und Showmaster auch über lange Jahre hinweg politische Kabarettsendungen gestaltet und geleitet hat. Bekannt wurde er durch die Moderation der ZDF-Sendung Dalli Dalli und seine wiederkehrende Frage an das Publikum „Sie sind der Meinung, das war …?“, worauf das Publikum stets begeistert „Spitze!“ rief, während Rosenthal einen – im Fernsehbild kurz „eingefrorenen“ – Luftsprung vollführte, der sein Markenzeichen wurde.

Rosenthal engagierte sich seit den 1960er Jahren im Zentralrat der Juden in Deutschland, ab 1973 als Mitglied seines Direktoriums, in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sowie in diversen sozialen Projekten. Sein bevorzugter Ferienort war Utersum auf Föhr, dessen Ehrenbürger er wurde.

In der Zeit von 1965 bis 1973 war der Fußballfan auch Präsident des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin. Die in diesem Verein tätige und von ihm mitgegründete „Prominenten-Elf“ trägt seit seinem Tod den Namen „Hans-Rosenthal-Elf“ und sammelt Gelder für die Hans-Rosenthal-Stiftung „Schnelle Hilfe in akuter Not e. V.“ Quelle: Wikipedia, Autogrammbild, Fotos Mitte (Winsstr.)und unten: Klaus Tolkmitt

Nach oben