Ein liberaler Schulpolitiker, der sich sozial engagierte

Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg, geb. 1790 in Siegen; gestorben am 7. Juli 1866 in Berlin war ein deutscher Pädagoge.

Diesterweg war Haus- und Gymnasiallehrer in Worms und in Frankfurt am Main, dann zweiter Rektor in Elberfeld (heute zu Wuppertal), Leiter des Lehrerseminars in Moers und von 1832 bis 1847 in Berlin tätig. Er engagierte sich für die Verbesserung der Volksschule und trat für eine verbesserte pädagogische Bildung und die soziale Anerkennung der Volksschullehrer ein. Als Anhänger Johann Heinrich Pestalozzis und Verbreiter seiner Ideen vertrat er Anschauung und Selbsttätigkeit als didaktische Grundsätze. Er gab diesen Grundsätzen jedoch eine politische Eintönung, durch das von ihm festgesetzte Ziel der Heranbildung eines mündigen und kritischen Staatsbürgers.

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit war Diesterweg auch sozialpolitisch engagiert. Im Jahr 1844 gingen von ihm wesentliche Anregungen zur Gründung des Centralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen aus.

Als liberaler Schulpolitiker wandte er sich sowohl gegen einen starken kirchlichen als auch politischen Einfluss auf die Bildung. Er forderte eine pädagogisch-fachliche (und nicht mehr geistliche) Schulaufsicht und eine einheitliche Schulorganisation, das heißt, er wollte eine Professionalisierung des Lehrerstandes erreichen. Außerdem kämpfte er für die relative Autonomie der Schule gegenüber den gesellschaftlichen Mächten.

Aus politischen Gründen wurde Diesterweg 1850 aus dem Staatsdienst in den Ruhestand versetzt. Von 1858 bis 1866 kämpfte Diesterweg als Abgeordneter der Fortschrittspartei im preußischen Landtag gegen die Volksschulerlasse Preußens.

Diesterweg verfasste 50 Bücher und veröffentlichte rund 400 Abhandlungen. Weiterhin schrieb er etliche Buchrezensionen und zielte mit seinen Veröffentlichungen auf ein selbstständiges, kritisches sowie weltoffenes und modernes Denken ab.

Adolph Diesterweg starb im Alter von 75 Jahren an Cholera und wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beigesetzt.

Nach ihm wurden viele Schulen, Straßen und Einrichtungen sowie die Volkssternwarte Adolph Diesterweg in Radebeul benannt.

Sowohl die Deutsche Bundespost Berlin als auch die Deutsche Post der DDR gaben zum 200. Geburtstag Diesterwegs im Jahr 1990 eine Sonderbriefmarke heraus. An der Burgstraße in Berlin-Mitte steht ein Denkmal zu Ehren Diesterwegs. Quelle: Wikipedia, Foto: Klaus Tolkmitt

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