Ehemaliges Schauspielhaus war lange angesagter Tanzclub

Das markante Goya-Gebäude am Nollendorfplatz, direkt gegenüber der U-Bahn-Station hat schon bessere Zeiten erlebt, denn seit der Insolvenz sind die Türen des legendären Tanzclubs verschlossen (Stand 2017).

Als „Neues Schauspielhaus“ oder auch als „Theater am Nollendorfplatz“, wurde das Gebäude im Berliner Ortsteil Schöneberg 1906 eröffnet. Es entstanden ein Theater mit über 1100 Plätzen und ein mit Mahagoniholz verkleideter „Mozartsaal“, der als Konzertsaal gedacht war und in seiner pompösen Ausstattung den kaiserlichen Hof und das reiche Bürgertum ansprechen sollte. Die Fassade wurde im Stil der beginnenden Moderne gestaltet, noch verbunden mit einigen Anklängen an den zuvor dominierenden Jugendstil. Den Mittelpunkt bildet ein abgerundeter Vorsprung über dem Hauptportal mit Rundbogenfenstern. Überlebensgroße Figuren bringen pathetische Elemente hinein.

Der Autor und Theaterdirektor Herman Haller führte das Theater von 1914 bis 1923. Erwin Piscator leitete darin von September 1927 bis September 1928 die Piscator-Bühne. In der Nachkriegszeit beherbergte es lange ein Kino und die Diskothek Metropol, bevor es 2005 in den noblen Speise- und Tanzclub Goya umgewandelt wurde. In seinen Glanzzeiten war das Metropol eine der bekanntesten Diskotheken der Stadt, mit spektakulärer Lasershow und angesagten DJs, die den Club in einem Atemzug mit New Yorks Club 54 nannten. Es gab einen „Metropol-Sound“ und „Metropol-Charts“ – sogar eine eigene Währung: den „Metropol-Dollar“.

Das war in den 1980er Jahren, Berlin war noch durch eine Mauer geteilt. David Bowie, Nina Hagen, Depeche Mode und viele andere aus der damaligen Pop- und Künstler-Szene traten im Metropol auf. Die Ära endete mit einem Knall: dem Fall der Mauer. Danach zog das Szenevolk still ab und die Patina überzog das historische Gemäuer am Nollendorfplatz, das seit 1997 unter Denkmalschutz steht, mit einer dünnen Schicht, die zu bröckeln beginnt, wenn nicht bald wieder das Gebäude mit Leben gefüllt wird. Quelle Wikipedia, Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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