Ein Spaziergang durch den „Fischerkietz“

Der Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist immer eine Reise wert, sei denn man wohnt dort und hat alle Sehenswürdigkeiten vor Augen und weiß die dörfliche Idylle im Fischerkietz in Köpenick zu schätzen.

Wir starten unseren kleinen Rundgang am Eingang des wunderschönen Rathauses beim wohl berühmtesten Köpenicker, dem Schumacher Wilhelm Voigt. Die Geschichte vom falschen „Hauptmann von Köpenick“ spielte sich 1906 ab, ist aber immer noch präsent. Eine Bronzefigur am Treppenaufgang zum Rathaus erinnert an die schmunzelvolle Geschichte, die inzwischen als „Köpenickade“ in die Geschichte eingegangen ist.

Wir setzen unseren Weg fort Richtung Schloßplatz, um dort gleich einen ersten Stopp an der kleinsten Brauerei Deutschlands einzulegen (www.schlossplatzbrauerei-koepenick.com). Im Sommer bei Biergartenwetter bieten sich aber auch die „Seeterrassen“ (www.koepenickerseeterrassen.de) auf der gegenüberliegenden Müggelheimer Straße an. Direkt an der Dahme lässt sich das Treiben auf dem breiten Gewässer beobachten.

Schon ein paar Meter weiter können wir rechts in die Straße „Kietz“ einbiegen und stehen schon mitten drin im Köpenicker Fischerkietz mit seinem dörflichen Charakter. Kleine Gassen, Kopfsteinpflaster und die typischen „Fischerhäuser“, deren Grundstücke bis an das Ufer der Dahme reichen, vermitteln uns „Ostseeküstenflair“. Über die Kaumanns Gasse oder die Breite Gasse kann man dann auch das Ufer erreichen, um „Seeluft“ zu schnuppern, oder einen Blick auf das Schloß zu genießen.

Im Juni feiern die Bewohner des kleinen Viertels ihr Straßenfest und öffnen ihre Gärten und Hinterhöfe. Dieser Einblick verschafft einen Einblick in die Geschichte und Lebensweise dieses Kleinods. Auch im Wappen des Stadtbezirks (zu sehen am Haus von der Fischervereinigung im Kietz 25) spielen Fische eine Rolle und zeugen vom ehemals wichtigsten Erwerbszweig in diesem Stadtteil Berlins.

Mag sich die Lebensweise der Bewohner inzwischen verändert haben, die Giebel und Türen der kleinen Häuser lassen durch ihr Aussehen die Geschichte weiterleben. Am Restaurant „Krokodil“ in der Gartenstraße beenden wir unseren „Kietzspaziergang“ und kehren zurück zur Müggelheimer Straße, die wir überqueren und unseren Weg auf der Kietzer Straße durch die Köpenicker Altstadt fortsetzen. Die Sanierung der Köpenicker Altstadt ist im Jahr 2016 zwar noch immer nicht gänzlich abgeschlossen, doch bieten sich kleine Cafés, Restaurants und Geschäfte für einen Bummel bis zum Ende unserer Tour an der Haltestelle „Freiheit“ an. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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