Der Hochbunker an der Pallasstraße

In der Nähe des Kleistparks, dort wo auch der Berliner Sportpalast einst die Massen anzog, steht in der Pallasstraße in Berlin-Schöneberg ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg.

Bis heute erinnert der graue, vierstöckige, nur im Rohbau fertig gestellte Hochbunker an die national-sozialistische Diktatur und den Zweiten Weltkrieg. Errichtet wurde er 1944/45 von sowjetischen Zwangsarbeitern.

Der Bunker an der Pallasstraße sollte die technischen Anlagen des nahe gelegenen Fernmeldeamts aufnehmen, doch dazu kam es nicht mehr. Nach dem Krieg versuchten US-Soldaten mehrmals vergeblich den Bunker zu sprengen. Aus Rücksicht auf die umliegenden Bauten konnten keine ausreichend großen Sprengungen durchgeführt werden. Der Bunker wurde 1977 mit dem auf Stelzen stehenden Teil des Pallasseums überbaut. Gegen vielfachen Widerstand wurde er auf Wunsch der westlichen Alliierten 1986-89 zum größten Zivilschutzbunker Berlins ausgebaut, mit vier Eingangsschleusen und über 4.800 Plätzen.

Der Bunker war einer der Drehorte des 1987 entstandenen Films Der Himmel über Berlin von Wim Wenders. 2002 wurde am Bunker ein »Ort der Erinnerung« eingeweiht, der auf das Schicksal der Zwangsarbeiter aufmerksam macht. Seitdem diente er wiederholt als Schauplatz für Ausstellungen. 2010 wurde der Bunker schließlich entwidmet und 2011 unter Denkmalschutz gestellt. Quelle: Infotafel Pallasstraße, Wikipedia, Fotos: Klaus Tolkmitt

 

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