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Italienische Ehrenstätte auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Es sind eigentlich nur die regelmäßigen Besucher auf dem Waldfriedhof an der Potsdamer Straße in Berlin-Zehlendorf, die von der Existenz des italienischen Ehrenfriedhofs wissen. Auf dem "Cimitero Militare Italiano" liegen 1.177 Opfer des Zweiten Weltkrieges auf einer baumlosen Wiesenfläche. Gleichmäßig reihen sich die flachen Marmorgrabmale auf, die mit Inschriften versehen sind und an denen vereinzelt ein ewiges Licht brennt. Es wird aber auch an die 115 unbekannten Soldaten und Zwangsarbeiter erinnert, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

Der 1953 angelegte Ehrenfriedhof in Zehlendorf ist eine von vier italienischen Ehrenstätten für Kriegsgefallene in Deutschland. Ein Denkmal erinnert daran, dass im Zweiten Weltkrieg in Berlin auch zahlreiche Italiener Opfer von Krieg und Nazidiktatur wurden, die in den Kriegswirren bei Bombenangriffen ums Leben kamen. Sie waren nach Deutschland deportiert worden, nachdem Italien nicht mehr an der Seite des Deutschen Reiches kämpfen wollte. Italien, das bis 1943 Deutschlands Verbündeter war, schloss nach dem Sturz des faschistischen Duce Benito Mussolini im September 1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten. Daraufhin entwaffneten die Deutschen in den von ihnen besetzten Gebieten die Italiener und brachten rund 400 000 italienische Soldaten als Kriegsgefangene nach Deutschland. Text und Foto: Klaus Tolkmitt

 

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