Der Neptunbrunnen zu Füßen des Fernsehturms am Alexanderplatz in Berlin-Mitte zählt zu den bekanntesten und schönsten Brunnen der Stadt mit einer wechselvollen Geschichte. Er wurde als Kaiserbrunnen bekannt, dann in Schloßbrunnen umgetauft, weil er einst vor dem Berliner Stadtschloß auf dem historischen Schloßplatz gestanden hat, dann nach seinem Schöpfer Reinhold Begas auch Begasbrunnen genannt.

Begas hatte 1888 den reich verzierten Springbrunnen in der Form eines vierblättrigen Kleeblatts geschaffen und ist durch diese zu den größten bildkünstlerischen Brunnenanlagen der Welt zählende Arbeit berühmt geworden. Die Maße des Brunnens sind beeindruckend. Der Durchmesser der Brunnenschale beträgt 18 Meter; die Höhe des Mittelteils 8,50 Meter.

Aus dem Unterbau erhebt sich die kraftvolle Bronze-Gestalt des antiken römischen Meergottes Neptun, mit dem Dreizack als Zeichen seiner Macht. Umringt wird er von Kindern, die mit dem nassen Element spielen. Dazu kommen Wassertiere wie Hummer, Krebse, Fische und Polypen sowie wasserspeiende Meeres- und Flusstiere, Seeschildkröte, Seehund, Krokodil und Schlange. Die vier Frauenfiguren zu seinen Füßen symbolisieren die Flüsse Elbe, Rhein, Oder und Weichsel.

Der Brunnen war ein Geschenk des Berliner Magistrats an Kaiser Wilhelm II. und wurde am 1. November 1891 eingeweiht. Der Standort neben dem Stadtschloss wurde ursprünglich als „Mittelpunkt Berlins“ ausgewählt. Den Zweiten Weltkrieg hatte der 1942 eingemauerte Brunnen unbeschadet überstanden. Nach der Sprengung des Schlosses wurden die Figuren 1951 eingelagert. Seit 1969 steht der Neptunbrunnen an dem jetzigen Standort, im Schnittpunkt der Achsen zwischen Fernsehturm und Rathaus und hat natürlich wie alle Berliner Sehenswürdigkeiten im Volksmund den flapsigen Namen "Forkenbecken". Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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