Auf dem heutigen Stadtspaziergang durch Berlin verlassen wir die S-Bahn 41/42 (Ringbahn) an der Schönhauser Allee und stehen direkt in der Einkaufspassage. Zum Einkaufen in den Allee Arcaden bleibt jedoch keine Zeit, denn schließlich gilt es,  den LSD-Kiez zu erkunden.

Die Gegend um den Helmholtzplatz im Ortsteil Prenzlauer Berg wird so genannt, wegen der angrenzenden Lychener-, Schliemann- und Dunckerstraße. Schon vor der Wende war hier die alternative Szene in Ostberlin ansässig. Künstler und Regimekritiker nutzen die zum Teil stark vernachlässigten Wohnungen. Nach der Wende wurde die marode Bausubstanz in großen Teilen saniert, Baulücken wurden geschlossen.

Prenzlauer Berg ist geprägt durch Altbauten, die größtenteils aus der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert (1889 bis 1905) stammen.

Heute bildet der Kiez ein fast homogenes Altbaugebiet. Über 300 Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Besonders in der Kastanienallee, um den Kollwitz- und um den Helmholtzplatz konzentriert sich die berlintypische Gastronomie. Mittelpunkt des Nachtlebens ist das Gebiet um den U-Bahnhof Eberswalder Straße, an dem sich Schönhauser Allee, Danziger-/Eberswalder Straße und Kastanien-/Pappelallee schneiden.

Wir verlassen die Arcaden und laufen die Schönhauser Allee in südlicher Richtung bis zur nächsten Straßenkreuzung. Rechts heißt sie Gleimstraße, wir biegen aber links in die Stargarder Straße ein.  Nur wenige(r) Meter weiter stehen wir vor der Gethsemanekirche. Sie wurde 1891–1893 nach Plänen von August Orth erbaut und verdankt ihre Bedeutung nicht zuletzt ihrer Rolle während der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989.

Tausende DDR-Bürger protestierten damals mit Mahnwachen gegen die Inhaftierung Oppositioneller.

Wir bleiben auf der Stargarder Straße und schauen am Haus Nr. 73 in das Fenster einer Bäckerei. Hier gibt es noch lecker selbst gemachte Schrippen und Blechkuchen. So gestärkt biegen wir an der Lychener Straße rechts ein und erreichen schon bald vorbei an sanierten Altbauten den Helmholtzkiez, mit seinen Straßencafés und Kneipen. Kaum zu glauben, dass hier vor 150 Jahren eine Ziegelei Steine für die umliegenden Häuser herstellte.

Wir umrunden den Helmholtzplatz, biegen links in die Dunckerstraße ein und erreichen so wieder die Stargarder Straße.

Wem der Kiezbesuch im LSD-Viertel reicht, geht die Stargarder Straße zurück zum Ausgangspunkt in der Schönhauser Allee.

Wir machen noch einen Abstecher in den Ernst-Thälmann-Park mit dem Planetarium. Dazu gehen wir die Stargarder Straße rechts weiter und überqueren die Prenzlauer Allee. Schon von weitem ist die riesige silbrig schimmernde Kuppel des Zeiss-Großplanetariums zu sehen. Seit April 2014 ist das Gebäude allerdings bis unbestimmte Zeit wegen dringender Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten geschlossen. (Stand März 2015). Zur 750-Jahr-Feier Berlins entstanden um den Park herum während der DDR-Zeit viele Neubauten in der damals beliebten „Plattenbauweise“.

Wir verlassen den Park an der Greifswalder Straße, um nach wenigen Metern die S-Bahn-Station zu erreichen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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