Kloster Zinna, ein Kleinod an der Route der Backsteingotik

Steht man vor der Abtei des Klosters Zinna in der Nähe von Jüterbog im Land Brandenburg, weht einem der Duft von Kräutern durch die Nase und man kommt in Versuchung, dem Duft nachzugehen. Statt im Klostermuseum landet man dann allerdings im ehemaligen Siechenhaus des Klosters, in der Klosterdestillerie.Hier kann man die Kräuteressenzherstellung vom „Zinnaer Klosterbruder“, dem legendäre Kräuterlkör erleben und auch eine Kostprobe erhalten.

Mönche leben nicht mehr im Kloster, dafür wird im Museum nebenan die Geschichte des Klosters anschaulich erzählt. Der Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg stiftete 1170 dem Jüteboger Land ein Kloster, nachdem er zuvor flämische Kolonisten ansiedelte. Diesen verdankt die Region bis heute den Namen „Fläming“, zirka 60 Kilometer südlich von Berlin.

Von der ehemals großen Anlage, die im späten 12. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte und von Leben erfüllt war, sind heute nur noch wenige Gebäude erhalten geblieben. Neben der Klosterkirche St. Marien, einer spätromanisch-frühgotischen Basilika aus Granitquadern, die zurzeit saniert wird (Fertigstellung 2017), lohnt ein Besuch der Abtei, in der heute das Museumskloster untergebracht ist. Daneben, wie schon erwähnt, die Destillerie im Siechenhaus.

Im Museum wird die Geschichte des Zisterzienserordens dargestellt und Einblick in das damalige Klosterleben gegeben. Erst 1958 wurden unter zahlreichen Putz- und Farbschichten mittelalterliche Freskenbilder wiederentdeckt. Das Kloster ist am Besten mit dem Auto zu erreichen. Es liegt direkt an der B 101 und der „Europäischen Route der Backsteingotik“. Dann allerdings sollte man auf das Rad oder die Inlineskates umsteigen, denn die Gegend liegt auch an der Fläming-Skate-Route, Europas größtem Rad- und Skater-Paradies auf einer drei Meter breiten Asphaltpiste von insgesamt 190 Kilometer Länge. Drei Rundkurse durch Wiesen und Felder verlaufen um das Kloster. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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