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Berlins Unterwelt – so löchrig wie ein Schweitzer Käse

Ein Blick auf die Landkarte macht deutlich, Berlin hat ziemlich große Ausmaße. Von Spandau im Westen bis nach Köpenick im Osten sind es rund 45 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung von Buch bis nach Lichtenrade sind es etwa 38 Kilometer. Aber auch unter der Erde, sozusagen im Verborgenen, hat Berlin riesige Ausmaße an „bebautem“ Raum.

Geführte Touren lassen diese „Unterwelten“ zu einer spannenden Entdeckungsreise in eine andere Welt werden. Beim Berliner Unterwelten-Museums erfährt man mehr über die Geschichte der Stadt und ihre Geheimnisse. Es geht hinab in einst verlassene U-Bahnhöfe, Bunker sowie Tunnel- und Kanalsysteme. Berlins Untergrund ist löchrig wie ein Schweizer Käse, im Untergrund schlummern Relikte, Tunnel und geheime Gänge aus Berlins wechselvoller Geschichte. Besonders eindrucksvoll sind die Überreste von Bunkern.

Seit 1997 beschäftigt sich der gemeinnützige Verein Berliner Unterwelten e.V. mit diesen schicksalhaften Bauwerken Berlins. 1999 wurden erstmals Führungen durch eine weitreichende Bunkeranlage im U-Bahnhof Gesundbrunnen angeboten. Daneben erforscht, dokumentiert und erhält der Verein aktiv die Infrastruktur des Berliner Untergrunds und macht ihn öffentlich zugänglich. Auf den Touren durch den Untergrund erfährt man einiges über historische Besonderheiten wie dem Rohrpostsystem, die Fluchttunnel aus der DDR, oder die riesigen unterirdischen Gewölbe der Brauereien. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im historische Wasserwerk am Müggelsee. Dort wird erklärt, wie das auf Sand gebaute Berlin überhaupt zu dem werden konnte, was es heute ist. Ebenfalls empfehlenswert ist der Abstieg in die Keller der Berliner-Kindl-Brauerei in Neukölln, oder der Abstieg in ein Kellergewölbe an der Bernauer Straße, in dem die ehemaligen Fluchttunnel anschaulich erklärt und dargestellt werden. Wer weiß schon, dass es während der Bombennächte des Zweiten Weltkriegs in Berlin einen speziellen Schutzraum für Mütter mit ihren Kindern gab? Er befand sich im sogenannten Mutter-Kind-Bunker im ehemaligen Gasometer in der Fichtestraße in Berlin-Kreuzberg. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Fotos von oben nach unten: Abstieg in einen ehemaligen Fluchttunnel, Flucht durch die Kanalisation, Arbeitsmaterial zum Bau der Fluchttunnel.

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