Prenzlau, die „Hauptstadt“ der Uckermark

Unser Ausflug führt uns heute in die Hauptstadt des brandenburgischen Landkreises Uckermark, nach Prenzlau, der „Grünen Stadt am Uckersee“. Die Stadt im Norden Brandenburgs ist mit der Regionalbahn von Berlin gut zu erreichen. Am Bahnhof angekommen starten wir unseren zweistündigen Rundgang auf der Stettiner Straße, der wir in südlicher Richtung folgen. Alternativ lässt sich die Strecke bis zur Friedrichstraße, dem „Boulevard“ der Innenstadt, in wenigen Minuten mit dem Bus 447 bewältigen.

Prenzlau, 1187 erstmals urkundlich erwähnt, hat eine lebendige Geschichte und erhält von Herzog Barnim I. von Pommern 1234 das Stadtrecht verliehen. 1806 kapitulieren 10.000 preußische Soldaten während der napoleonischen Kriege bei Prenzlau, auf dem heutigen Bahnhofsgelände, vor 1500 Franzosen. Das Ereignis geht als die Kapitulation von Prenzlau in die Geschichte ein.

1817 wird die Uckermark in die Kreise Prenzlau, Templin und Angermünde aufgeteilt. Prenzlau wird Sitz des Landratsamtes des Kreises Prenzlau. Im Jahr 2009 findet in Prenzlau die 775 Jahr-Feier statt. Wo einst der hölzerne „Roland“ stand, steht seit dem Jahr 2000 wieder ein steinernes Standbild an der Ecke Marktberg. Im Mittelalter galt die Rolandsfigur als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt. In Sichtweite ist auch die Touristinformation der Stadt, die mit Stadtplänen und weiteren Informationen aushelfen kann.

Alte Gebäude findet man in der Innenstadt kaum, da Prenzlau nach dem 2. Weltkrieg zu 85 Prozent zerstört war. Zu den alten Baudenkmälern gehört aber die St. Marien Kirche, die 1340 als große, dreischiffige Hallenkirche fertiggestellt wurde. Das Wahrzeichen der Stadt ist eines der bedeutendsten Beispiele norddeutscher Backsteingotik. In den Sommermonaten besteht die Möglichkeit, die Kirche zu besichtigen und die Türme zu besteigen. Berühmtheit erlangte die Kirche dadurch, dass im 30-jährigen Krieg der Leichnam König Gustavs von Schweden für drei Tage auf dem Rückzug in seine schwedische Heimat hier aufgebahrt wurde. Er war in der Schlacht bei Lützen gefallen. Von den Türmen aus hat man eine herrliche Panoramaaussicht über den Unteruckersee , auf dessen Promenade es sich herrlich flanieren lässt.

Mit der Landesgartenschau 2013 hat die Stadt hier viele neue „grüne Flecken“ bekommen. Ein Hinweisschild lockt uns von der Promenade weg zu den alten Wallanlagen und zum ehemaligen Dominikanerkloster, das inzwischen Veranstaltungszentrum und Kulturhistorisches Museum geworden ist. Die Zeit der Dominikanermönche ist in Prenzlau längst vorbei. Geschichte, Kunst und Kultur haben Einzug gehalten in die klösterlichen Gemäuer. Am Steintor tauchen wir ein in den Stadtpark, nachdem wir noch einen Blick auf das Rathaus geworfen haben. Die ehemalige Wall- und Grabenanlage ist die „grüne Lunge“ der Stadt, mit schattenspendenden hohen Bäumen. Am Rande des Parks zieht sich die Wehranlage entlang, mit der restaurierten Stadtmauer, den Stadttoren, den Wehrtürmen und Wiekhäusern. Am Ende des Stadtparks überqueren wir die Brüssower Allee, folgen wieder der Stettiner Straße bis zum Bahnhof und beenden unseren gut vier Kilometer langen Rundgang. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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