Der „Tränenpalast“ erinnert an Schicksale

Am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin erinnert noch heute ein Pavillon an die schmerzvolle Trennung der Deutschen in Ost und West. Im Berliner Volksmund wird er auch „Tränenpalast“ genannt, weil sich hier bis zur Wende 1989 die Wege unzähliger Menschen trennten.

Er diente der SED-Diktatur als Abfertigungshalle für Reisende zwischen Ost- und West-Berlin. Ab August 1961 machte die Abriegelung der Grenze den Durchgangsbahnhof Friedrichstraße zum Kopfbahnhof und Grenzübergang für Reisende aus beiden Teilen Berlins.

Der Pavillon konnte erhalten werden und ist inzwischen ein Publikumsmagnet bei Touristen. Wie kaum ein anderer Ort erinnert der Pavillon an die Teilung Deutschlands und die damit verbundenen Schicksale. Viele mussten hier Abschied von Freunden und Verwandten nehmen. Ostdeutsche wurden schmerzvoll daran erinnert, dass die Grenze für sie verschlossen war, andere erlebten ohnmächtig die schikanösen Grenzkontrollen.

Seit 2011 gibt es eine Dauerausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in dem denkmalgeschützten Gebäude. Mit Originalobjekten, Dokumenten, Filmen und Zeitzeugeninterviews vermittelt sie die Auswirkungen von Teilung und Grenze auf den Alltag der Deutschen. Eine Original-Kontrollkabine lässt die Abfertigungssituation erahnen, dass ein Grenzübertritt am Bahnhof Friedrichstraße eine Tortur war. Langes Warten und die demütigende Abfertigung belasteten vor allem ältere Menschen schwer.

Im Juli 1990 fand die erste direkte Fahrt einer S-Bahn von Ost nach West über den Bahnhof Friedrichstraße statt und mit dem Ende der deutschen Teilung verlor der "Tränenpalast" am Reichstagsufer seine ursprüngliche Funktion. Quelle: Wikipedia, Text und Fotos: © Klaus Tolkmitt

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