Henning Hermann Robert Karl von Tresckow (* 10. Januar 1901 in Magdeburg; † 21. Juli 1944 bei Ostrów, Bezirk Bialystok) war Generalmajor der deutschen Wehrmacht und eines der entschlossensten Mitglieder des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.

Im  April 1942 wurde von Tresckow zum Oberst im Generalstab in der Heeresgruppe Mitte ernannt und erhielt am 2. Januar 1943 das Deutsche Kreuz in Gold. In dieser Stellung entwarf er verschiedene Attentatspläne mit der Pistole oder mit Sprengstoff. „Wir dürfen nicht fackeln, nicht straucheln“, rechtfertigte er das Vorhaben. „Deutschland und die Welt von dem größten Verbrecher der Weltgeschichte“ zu befreien, „ist den Tod einiger weniger Unschuldiger wert“.

Und weit mehr als Unverstand fürchtete er die Scham, überhaupt nicht gehandelt zu haben. Er beauftragte im Sommer 1942 Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff, einen geeigneten Sprengstoff für ein Attentat auf Hitler zu besorgen. Dieser entschied sich für eine britische Haftmine, eine „Clam“, etwa so groß wie ein Buch und leicht zu verbergen. Zusammen mit Fabian von Schlabrendorff schmuggelte von Tresckow am 13. März 1943 ein getarntes Päckchen mit zwei Flaschen Cointreau, gefüllt mit Sprengstoff, in Hitlers Flugzeug – Oberstleutnant Heinz Brandt, ein Begleiter Hitlers, hatte nichtsahnend eingewilligt, den Cointreau-Likör zu transportieren. Doch die eingeweihten Mitverschwörer in Berlin warteten vergeblich auf die Meldung vom Absturz des Flugzeuges. Das Päckchen mit dem Sprengstoff wurde im Frachtraum des Flugzeuges transportiert, wo es vereiste und der Zündmechanismus versagte.

Wenige Tage später ergab sich eine zweite Gelegenheit. Von Tresckow war es nach einer langen Unterredung gelungen, von Gersdorff zu einem Selbstmordattentat zu bewegen. Gersdorff sagte zu, sich bei der Eröffnung einer Ausstellung russischer Beutewaffen am 21. März 1943, dem „Heldengedenktag“, im Berliner Zeughaus mit Hitler in die Luft zu sprengen. Er versteckte den Sprengstoff in seiner Manteltasche, der nach etwa zehn Minuten detonieren sollte. Doch Hitler zeigte an der Ausstellung überraschend wenig Interesse und verließ diese bereits nach zwei Minuten. Gersdorff gelang es im letzten Moment, den Säurezünder auf der Toilette unbemerkt zu entschärfen.

Im August und September 1943 konnte von Tresckow zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg die Befehle der „Operation Walküre“ (ursprünglich ein militärischer Einsatzplan für das „Ersatzheer“ in der Heimat im Falle innerer Aufstände von Zwangsarbeitern) so manipulieren, dass die in den Plänen vorgesehenen Einheiten im Sinne der Verschwörer agierten. Damit sollte der Putsch quasi auf offiziellem Dienstweg verordnet werden. Die Chancen einer erfolgreichen Übernahme der Staatsgewalt waren jetzt deutlich gestiegen. Allerdings fehlte zur Ausführung nach wie vor ein entschlossener Attentäter.

Am 1. Juni 1944 wurde er mit 43 Jahren zum Generalmajor ernannt. Neben Stauffenberg war er die treibende Kraft hinter dem Umsturzplan des 20. Juli 1944. Jedoch wurde er kurz vor der Ausführung des Anschlags an die Ostfront abkommandiert und konnte so nicht aktiv am Umsturz teilnehmen.

Er erfuhr erst am Nachmittag des 20. Juli 1944 von der Ausführung des Attentats durch von Stauffenberg und dass dieses offenbar gescheitert sei. Gewissheit über den erfolglosen Ausgang des Umsturzversuchs erlangte er aber erst gegen Mitternacht, als er über die Rede Hitlers im Rundfunk informiert wurde. Um nicht bei der erwarteten mit Folter verbundenen Untersuchung die Namen weiterer Beteiligter preisgeben zu müssen, entschloss sich von Tresckow zum Selbstmord. Er fuhr am Morgen des 21. Juli an die Front nahe Ostrow (Polen) und nahm sich mit einer Gewehrgranate das Leben, auf diese Weise einen Partisanenüberfall vortäuschend.

Sein Leichnam wurde zunächst nach Gut Wartenberg überführt, da seine Verstrickung in die Verschwörung erst allmählich bekannt wurde. Am 24. Juli meldete der Wehrmachtbericht, dass der Generalmajor „in vorderster Linie den Heldentod“ gefunden habe. Der Leichnam wurde am 27. Juli auf Gut Wartenberg bestattet. Durch erste Gerüchte über einen Selbstmord und einsetzende Untersuchungen in der Armee sowie dann der Gestapo und Verhöre von anderen Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde die Beteiligung Tresckows teilweise aufgedeckt. Seine Frau wurde verhaftet und die beiden Töchter in ein Heim gebracht.

Die Gestapo ließ im August 1944 den Sarg mit der Leiche exhumieren und im Krematorium des KZ Sachsenhausen verbrennen.

 

Auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam, am Familiengrab derer von Falkenhayn, erinnert eine Gedenktafel an ihn und seine Frau.

Henning von Tresckow stammte aus einer alten preußischen Adelsfamilie, die auf eine lange Reihe von Offizieren in den verschiedensten Heeren zurückblicken konnte. Sein Vater Hermann war bei der Kaiserkrönung im Spiegelsaal von Versailles als Leutnant zugegen gewesen und hatte es in der kaiserlichen Armee bis zum General der Kavallerie gebracht.

Von Tresckow wuchs in dieser monarchisch geprägten Umgebung auf dem väterlichen Gut Wartenberg – das auch bis in den Zweiten Weltkrieg hinein für ihn einen wichtigen Rückhalt darstellte – auf. Er wurde zunächst mit seinem Bruder Gerd von einem Privatlehrer, später im Realgymnasium des Alumnats des Klosters Loccum, das von 1890 bis 1923 in Goslar untergebracht war, unterrichtet und trat nach seinem Notabitur 1917 in die kaiserliche Armee ein. Quelle: Wikipedia, Foto: Klaus Tolkmitt – Die Gedenktafel auf dem Bornstedter Friedhof. Foto: Henning von Tresckow,  Bild aus dem Bundesarchiv  CC-BY-SA-3.0-DE.

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