Schloß Charlottenburg

Das Schloss Charlottenburg in Berlin war zunächst als ein kleines Garten- und Lustschlösschen für die Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III., Sophie Charlotte, gedacht.

Doch nach der Krönung Friedrichs zum König Friedrich I. in Preußen und Sophie Charlottes zur Königin in Preußen im Jahr 1701 übernahm Eosander von Göthe den weiteren Ausbau. Er hat das Schlossgebäude zu einem repräsentativen Sitz nach Versailler Vorbild ausgebaut. Der zentrale Mittelbau mit seinen elf Fensterachsen wurde nun durch Seitenflügel ergänzt und es entstand ein Ehrenhof.

     

Als Sophie Charlotte im Jahre 1705 im Alter von nur 37 Jahren starb, erhielten das Schloss und das in der Nähe gelegene Dorf ihren Namen. Nach dem Tode Friedrichs I. im Jahr 1713 führte das Schloss Charlottenburg unter dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm I. ein Schattendasein. Friedrich Wilhelm wusste aber das Schloss für offizielle und repräsentative Zwecke durchaus zu nutzen. So wurde hier 1725 mit Georg I. von England der „Charlottenburger Vertrag“ abgeschlossen, der dem brandenburgischen Hause die Erbansprüche auf Jülich-Kleve sicherte. Ebenso herrschte im Schloss tagelang festliches Leben, als August der Starke im Sommer 1728 dem König einen Gegenbesuch abstattete.

   

Sofort nach dem Tode Friedrich Wilhelms 1740 machte der neue König Friedrich II. (später „Der Große“ oder „Alter Fritz“ genannt) Charlottenburg zu seiner Residenz. In diesen Räumen hielt der König seine freimaurische Hofloge ab. Er fühlte sich zu diesem Ort, an dem seine schöngeistige und hoch gebildete Großmutter Sophie Charlotte gewirkt hatte, sehr hingezogen. So ließ er mit den Charlottenburger Schlossgrenadieren eine eigene Wachtruppe für das Schloss aufstellen und zunächst Räume im Obergeschoss des Mittelbaus (Altes Schoss) für sich herrichten. Gleichzeitig hatte Friedrich den Auftrag gegeben, das Schloss für seine Bedürfnisse im Stil des Rokoko erweitern zu lassen, wobei – anstelle der geplanten, aber unter seinem Vater nicht mehr verwirklichten östlichen Orangerie – der Neue Flügel entstand. Vermutlich erwies sich Schloss Charlottenburg für Friedrich II. trotz seiner freien Lage in der Landschaft nicht als jener Ort der Ruhe und Zurückgezogenheit, den er sich gewünscht hatte. Im Jahr 1744 begann er in Potsdam mit dem Umbau des Stadtschlosses zu seiner Dauerresidenz sowie der Anlage des intimen Schlosses Sanssouci als Sommerwohnsitz. Das 1747 fertiggestellte Schloss Charlottenburg benutzte er für Familienfeiern.

Als ein letztes Bauteil kam 1791 das Schlosstheater nach Plänen von Carl Gotthard Langhans hinzu. Diese Verlängerung der Orangerie sollte den Abschluss der fast 100-jährigen Bauzeit bedeuten.

Ab 1902 wurde das ehemalige Schlosstheater im Langhansbau zu einem Möbelspeicher umgebaut. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden einige Räume im östlichen Teil als Lazarett genutzt.

1943 wurde das Schloss bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Nach 1945 setzte sich die Direktorin der West-Berliner Schlösserverwaltung, Margarete Kühn, für den Wiederaufbau ein. Die Rekonstruktion fand 1957 mit der Wiederherstellung der Kuppel ihren Abschluss. Seit 1952 hat das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter (1696) seinen Platz im Ehrenhof. Die Restauratoren benötigten über zwei Jahrzehnte für den Wiederaufbau des Schlosses.

Das Schloss Charlottenburg gehört heute zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Sehenswert ist auch der Schlossgarten, in dem sich das 1788 von Carl Gotthard Langhans erbaute Teehaus Belvedere und das nach 1810 für Königin Luise erbaute Mausoleum befindet.

Nach starken Verwüstungen im Zweiten Weltkrieg sollte eine barocke Anlage entstehen, da es in Deutschland nur wenige, in Berlin aber überhaupt keine barocken Gartenanlagen mehr gab. Dabei entsprechen die 1958 angelegten und 1967/1968 mit Broderie verzierten Flächen keinesfalls dem Originalzustand. Auch hat es die heutige Fontäne im Wegekreuz nie zuvor gegeben. Trotz vielfacher Kritik an dieser unhistorischen Konzeption erfolgte 2001 auf Betreiben der Berliner Gartendenkmalpflege die Restaurierung der Gestaltung aus den 1950er Jahren, weil diese Anlage mittlerweile ebenfalls als geschichtliches Zeugnis zu bewerten sei. Quelle: Wikipedia, Fotos: Klaus Tolkmitt

 

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