Wer nicht gerade eine „Ladung“ für das Amtsgericht in der Tasche hat, sollte sich am Amtsgerichtsplatz in Berlin-Charlottenburg ein wenig umschauen. Gleich gegenüber dem Hauptportal des über 100 Jahre alten Gebäudes zieht seit 1979 eine eigenwillige Bronzeskulptur die Blicke auf sich. Der russische Bildhauer Vadim Sidur hat sie 1966 geschaffen.

Er wollte mit dem Mahnmal „Treblinka“ an die Opfer des östlich von Warschau gelegenen Vernichtungslagers, in dem etwa 900 000 Juden ermordet wurden, erinnern. Die Skulptur zeigt aufeinandergetürmte menschliche Körper in abstrahierter Form.

1986 wurde zusätzlich eine Mahntafel in das Pflaster eingelassen mit dem Text: “Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.

Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Unrechtstaten”. Diese Tafel ist nicht mehr vorhanden, stattdessen eine Bronzeplatte mit dem Schriftzug “Treblinka”, oben und unten gerahmt von dem Namen des Bildhauers, sowohl in kyrillischer, wie in lateinischer Schrift. Foto: Klaus Tolkmitt

Nach oben