Abgeordnete debattieren unter einem „Eierwärmer“

Die Glaskuppel auf dem Reichstagsgebäude ist ein technisches Wunderwerk

Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik in Berlin-Mitte, in dem unsere Bundestagsabgeordneten mehr oder weniger sinnvolle Reden halten, wurde nach umfangreichen Umbauten 1999 nach Einzug des Deutschen Bundestages, wieder in Betrieb genommen.

Für den Umbau wurde 1993 ein Wettbewerb ausgeschrieben, der bei den Planungen die Transparenz, die Übersichtlichkeit und eine vorbildliche Energietechnik berücksichtigen sollte. Aus 80 eingereichten Entwürfen machte der Architekt Sir Norman Foster aus England das Rennen. Allerdings sah sein Entwurf zunächst keine Kuppel auf dem Dach des Reichstagsgebäudes vor. Erst im Mai 1995 wurde Fosters endgültiger Entwurf für eine gläserne, begehbare Kuppel vorgestellt. Inzwischen hat sich die Glaskuppel als Besucherattraktion und als ein Wahrzeichen Berlins entwickelt.

War sie in den ersten Jahren noch frei zugänglich, so müssen Besucher heute eine Sicherheitsschleuse durchlaufen, um überhaupt in das Gebäude zu gelangen. Lange Schlangen von wartenden Besuchern sind daher keine Seltenheit. Besser ist es, sich vorher anzumelden und eine Zeit zu vereinbaren. Aufzüge bringen die Gäste auf das 24 Meter hoch gelegene begehbare Dach. Dort hat die Kuppel einen Durchmesser von 38 Meter und eine Höhe von 23,5 Metern.

Das Stahlskelett allein wiegt rund 800 Tonnen, das Glas noch einmal 240 Tonnen. An der Innenseite winden sich zwei um 180 Grad versetzte spiralförmige Rampen von jeweils 230 Meter Länge zu einer Aussichtsplattform in 40 Meter Höhe. Im Kuppelinneren befindet sich ein technisches „Wunderwerk“ mit einem trichterförmigen Lichtumlenkelement mit Spiegeln, das diffuses Tageslicht in den zehn Meter tiefer gelegenen Plenarsaal führt. Um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, können die jeweils der Sonne zugewandten Spiegel bei Bedarf durch ein mitfahrendes Sonnenschutzelement abgeschattet werden. Die Computersteuerung sorgt dafür, dass die jeweiligen Einstrahlwinkel der Sonne den Jahreszeiten entsprechend berücksichtigt werden und sich das Schutzelement danach ausrichtet.

Es ist nicht nur der schöne Ausblick, der die Besucher auf das Dach des Reichstages lockt, mit etwas Glück (oder Pech, je nach politische Ausrichtung) kann man einem Politiker in die Arme laufen oder einen Blick auf die Abgeordneten im Plenarsaal werfen. Wie sich das für Berlin gehört, hat das Reichstagsgebäude natürlich auch einen Spitznamen. In Anspielung auf die Form der Kuppel sprechen die Berliner von einer Denkbeule oder einem Eierwärmer. Quelle: Auszugsweise Wikipedia, Text und Fotos Klaus Tolkmitt

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