Die „Ständige Vertretung“, Heimat der Rheinländer in Berlin

Als vor 20 Jahren die Bonner Politiker vom Rhein an die Spree umziehen mussten, fühlten sie sich schnell heimisch, denn ihr „Kölsch“ konnten sie weiterhin trinken. Die Kneipe „Ständige Vertretung“ (StäV) aus Bonn, hatte in Berlin-Mitte am Schiffbauerdamm/Ecke Albrechtstraße ihr Domizil eröffnet. Hier trafen sich nicht nur Persönlichkeiten aus der Politik, aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, sondern Berliner, Rheinländer und Menschen aus der ganzen Welt.

Den damaligen Inhabern „Friedel“ Drautzburg und Harald Grunert ging es darum, für all die entwurzelten Rheinländer, die in Berlin nach dem Regierungsumzug einen Neuanfang wagen mussten, ein Stück Heimat zu schaffen mit rheinischer Kultur. Also mit Kölsch, Karneval und anderen Rheinländern. Das alles ist lange her. In den ersten fünf Jahren wurde die StäV Treffpunkt für die „Umsiedler“. Im Lokal hing ein „Schwarzes Brett“, um zu erfahren, wo es Wohnungen gab. Außerdem konnte man Tipps für den Umgang mit der schreckensreichen Berliner Bürokratie erhalten.

Der damalige Bundespräsident Johannes Rau trank hier mit Kanzler Gerhard Schröder sein Bier. Rut Brandt feierte ihren Geburtstag in der StäV und Abgeordnete des Bundestags erfreuten sich an Rheinischem Sauerbraten und der Stange Kölsch. Den Politikern ist es inzwischen zu laut und zu lebhaft geworden, sie kommen nur noch sporadisch. Doch der Laden „brummt“ weiterhin und ist Kult. Nach seiner „Brückenfunktion“

 

eroberten Touristen das Lokal und bestaunen die vielen historischen Reminiszenzen an der Wand. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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