Haus des Rundfunks

Steht man auf der Aussichtsterrasse des Funkturms auf dem Berliner Messegelände Im Ortsteil Westend fällt der Blick auf ein geschichtsträchtiges Bauwerk, dessen Ecken abgerundet sind. Es ist das Haus des Rundfunks, 1929 an der Masurenallee unter der Bauleitung von Max H. Berling errichtet.

Im Haus des Rundfunks werden die Hörfunkprogramme für Radio Berlin 88,8, Kulturradio und Inforadio produziert. Die beiden Sendesäle dienen auch für öffentliche Konzerte. Ab 1931 sendeten die Funk-Stunde Berlin, die Deutsche Welle (ab 1933: Deutschlandsender) und die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft aus dem Haus des Rundfunks. Unmittelbar nach der Machtübernahme am 30.1.1933 übernahmen die Nationalsozialisten auch den Rundfunk und arbeiteten mit Hochdruck an der Einführung des Fernsehens.

Im März 1935 wurde im Großen Sitzungssaal der erste regelmäßige Fernsehprogrammdienst der Welt eröffnet. Seit 1938 hieß das Gebäude an der Masurenallee “Zentrale des Großdeutschen Rundfunks”, und ab dem 9.7.1940 wurde nur noch ein Reichsprogramm verbreitet. Am 2. Mai 1945 besetzte Major Popow mit einer Kompanie der Roten Armee das Haus, die zwei Tage später erste Nachrichten sendeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zum Spielball des Kalten Krieges. Mit der Aufteilung in vier Sektoren begannen Briten, Franzosen und Amerikaner in ihren Sektoren mit eigenen Rundfunkprogrammen (Nordwestdeutscher Rundfunk und RIAS).

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten diente das Gebäude ab Ende 1957 dem Sender Freies Berlin (SFB) zur Produktion und Ausstrahlung seiner Hörfunkprogramme. Da die Sowjets die gesamte Studiotechnik demontiert und mitgenommen hatten, musste das Gebäude mit komplett neuer Technik ausgestattet werden. Dadurch wurde der SFB im Haus des Rundfunks zum Vorreiter für die Entwicklung der Stereofonie und ihren Einsatz im Hörfunk. Am 1. Mai 2003 ging der SFB mit seinen Programmen und Gebäuden im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) auf. Quelle: Wikipedia, Text und Foto: Klaus Tolkmitt

Nach oben