Eine Radtour zum Landhausgarten Dr. Fränkel

Wir starten unsere Radtour an der S-Bahn-Station Heerstraße im Berliner Bezirk Charlottenburg und wollen an der Havel entlang bis zum Landhausgarten Dr. Max Fränkel in Kladow radeln.

Wir folgen der B5 Richtung stadtauswärts und biegen hinter Pichelswerder links ab zur Scharfen Lanke. Hier werden wir mit einem wunderschönen Ausblick belohnt und legen eine kurze Pause ein. Wir sind nun auf einem der Berliner „grünen Hauptwege“, die zum Teil gut ausgeschildert sind. Vorbei an Yachthäfen und Bootsanlegern, erreichen wir schon bald Gatow. Hier ist die erste von mehreren Badestellen auf unserem Weg entlang dem Wasser. Durch Wald und Wiesen führt der gut befestigte Weg bis zum Gutshaus Neu-Kladow, wo man im Sommer Rast im Garten-Café einlegen kann. Von hier hat man einen herrlichen Blick bis hinüber nach Wannsee. Das alte Gemäuer wurde gerade frisch renoviert und strahlt in seinem freundlichen Gelb mit der Sonne um die Wette. Bei der Sanierung wurde auch die Gedenktafel für Wilhelmine Luise Mencken, der Mutter des späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck, die auf dem Gut Neukladow ihre Jugendjahre verbrachte, neu vergoldet. Die Tafel ziert die Fassade oberhalb der repräsentativen Treppe auf der Wasserseite. 

Nur einen Kilometer weiter stehen wir am Imchenplatz und schauen dem Treiben am Fähranleger zu. Hier gibt es gleich mehrere Einkehrmöglichkeiten, um die verbrauchten Kalorien wieder aufzufüllen. Wir wollen jedoch noch ein Stück weiter und nehmen die weniger gut zu befahrene Imchen Allee an einigen prachtvollen Villen vorbei, um nach knapp zwei Kilometer am Landhausgarten Dr. Fränkel anzukommen. (Vorher auf die Beschilderung achten).

Wir benutzen den Seiteneingang und haben sogleich von oben einen guten Überblick über das Gartendenkmal. Das Grundstück gehörte in den 20er Jahren dem Bankdirektor Dr. Max Fränkel. Dieser beauftragte den Berliner Gartenarchitekten Erwin Barth mit der Gestaltung des Gartens. Er arbeitete von 1925 – 1933 an der Sommerresidenz und schuf eine naturhafte Teichanlage, sowie Rosen-, Obst- und Gemüsegärten. Vorher befand sich auf dem Gelände eine Ziegelei. 1933 musste die jüdische Familie Fränkel emigrieren. Erwin Barth wählte im gleichen Jahr wegen einer Erblindung und der nationalsozialistischen Machtergreifung den Freitod. Der Landhausgarten Dr. Max Fränkel gilt als sein letztes Werk.

1938 eigneten sich die Nationalsozialisten den Garten an. Nach Ende des zweiten Weltkrieges ging er in den Besitz des Landes Berlin über. Der Garten verwilderte. 2012 begannen umfangreiche Umbaumaßnahmen und der Garten wurde saniert. 2016 wurde der Garten nach vier Jahren Bauzeit wiedereröffnet. Der Garten ist nun ein blühendes Denkmal, um an das Werk von Erwin Barth zu erinnern. Direkt an der Havel gelegen hat man einen direkten Blick zur Pfaueninsel. Das Sommercafé gleich am Eingang bietet Getränke und Kuchen an und im ehemaligen Pferdestall hinter dem Café gibt es Informationsmaterial über das Gartenjuwel am Havelufer.

Das Sommercafé ist von April bis Oktober jeweils Freitag – Sonntag von 10 – 18 Uhr geöffnet. Adresse: Landhausgarten Dr. Max Fränkel, Lüdickeweg 1, 14089 Berlin-Kladow. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Fotos von oben nach unten: Im Landhausgarten, Badestelle in Gatow an der Havel, Im Landhausgarten, Gutshaus Neu-Kladow, Im Landhausgarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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