Ein Ausflug in das Naturschutzgebiet „Bogenseekette“

Wer die ehemalige Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde, unweit von Buch im Norden Berlins betritt, sollte nicht vergessen, das Gatter wieder zu schließen, damit nicht die freilaufenden Rinder oder Pferde auf die Straßen gelangen. Das Landschaftsschutzgebiet „Buch“ sowie die Berliner Naturschutzgebiete "Karower Teiche" und "Bogenseekette“ sind Teil des Naturparks Barnim und gehören zum größten Waldweideprojekt Deutschlands.

Ein Spaziergang oder eine Radtour auf dem ausgedehnten Wegenetz kann am  S-Bahnhof Buch beginnen. Neben alten Stiel-Eichen und einem alten Hainbuchenbestand sind es die zahlreichen Vogelarten, wie Wendehals, Neuntöter, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Sperbergrasmücke, die man hier beobachten kann. Seltene Käferarten finden in zerfallenen Altbäumen Lebensraum und der Bogensee ist ein wichtiges Amphibienlaichgebiet für die Erdkröte.

Besonderer Anziehungspunkt für Wanderer und Naturfreunde sind aber die mehr als 200 robusten Parkrinder, schottischen Hochlandrinder, Galloways und die wilden Konik-Pferde, die seit 2011 die Landschaft bevölkern und durch eine großräumige Beweidung den in Deutschland sehr selten gewordenen Landschaftstyp, die halboffene Waldlandschaft, wieder entwickeln sollen.

Die Beobachtungsplattform am Bogensee ermöglicht einen freien Blick auf die Graureiherkolonie, aber auch das Blässhuhn und die Stockente. In den Feuchtwiesen am Uferrand ist die Ringelnatter heimisch.

Die Berliner und Brandenburger Forstverwaltungen gehen mit der Beweidung das Experiment ein, Waldflächen zu entwickeln, die nicht den Charakter eines klassischen Hochwaldes haben, sondern eine Mischung aus landwirtschaftlicher Fläche und Wald darstellen. Die ehemalige Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde soll in eine Landschaft verwandelt werden, die gleichermaßen den Zielen des Naturschutzes dient, der forstlichen Bewirtschaftung eine Perspektive bietet und im Umland Berlins eine abwechslungsreiche Erholungslandschaft für die Bevölkerung bereitstellt.

Das Naturschutzgebiet ist zu jeder Jahreszeit attraktiv, ganz besonders aber im Frühjahr, wenn am Boden Frühblüher leuchtende Teppiche bilden und im Herbst, wenn die Laubfärbung einsetzt und die Landschaft ihr farbenprächtiges Kleid anzieht. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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